Ein Gasthof in einer Grenzregion
Arnold renoviert einen alten Gasthof in dem Bauerndorf Ramsen nördlich des Rheins, nahe einer Zollstation an der schweizerisch-deutschen Grenze. Nach vielen Wanderjahren, in denen er die unterschiedlichsten Berufe ausgeübt hat, kehrt er in seine Heimat zurück und eröffnet den Gasthof „Zur Moskau“. Er hofft auf gute Geschäfte mit Marktfahrern, Bauern und Handwerkern sowie mit jenen oft rätselhaften Fremden und zwielichtigen Gestalten, die einen wenig bewachten Grenzübergang bevorzugen.
Familie
Arnold will heiraten und wartet auf die richtige Frau. Eines Tages kommt sie tatsächlich auf einem gewaltigen Pferd angeritten. Betty und Arnold heiraten und bekommen acht Kinder. Auffallend ist Clara, die älteste Tochter. Schon als Kleinkind zeigt sie einen außergewöhnlichen Bewegungsdrang. Immer wieder verschwindet sie für einige Tage, kehrt aber stets zurück. Sie hat einen starken Willen, setzt ihre Wünsche durch und scheut auch vor Handgreiflichkeiten nicht zurück. Das bringt ihr den Namen „die schräge Clara“ ein.
Juni 1933
Die politischen Veränderungen in Deutschland führen zur Schließung des Grenzübergangs. Eines Tages läuft ein Schmuggler über die Grenze, und Clara verliebt sich in den großen, starken Mann. So wird Hermann Teil der Familie. Er schmuggelt weiterhin Lebensmittel und auch verbotene Zeitschriften über die Grenze. Dabei verlässt er sich auf seine Schnelligkeit und entkommt den Grenzbeamten immer wieder, was diese zunehmend verärgert. Eines Nachts dringen deutsche Beamte in Ramsen ein und holen Hermann Weber gewaltsam nach Deutschland. Da es sich dabei um ein unerlaubtes Eindringen in die Schweiz handelt, kommt es auch auf Betreiben der Dorfbewohner:innen zu diplomatischen Interventionen.
Dorfgemeinschaft
Im Roman verfolgt man das Leben von Arnold und Betty sowie der schrägen Clara. Daneben treten weitere Dorfbewohner:innen in Erscheinung, etwa der Schriftenmaler Sepp, einige Dorforiginale oder die Frau des Posthalters. So entsteht das Bild einer Dorfgemeinschaft und eines Grenzortes, dessen Menschen und Ereignisse man über mehrere Jahrzehnte begleitet. Alex Capus erzählt in einer klaren, schnörkellosen Sprache von den Menschen, ihren Gefühlen, Bedürfnissen und Eigenheiten sowie von den Geschehnissen in Ramsen. Die Handlung fließt ruhig dahin, und dennoch verfolgt man gebannt das Geschehen an der Grenze. Und wenn es darauf ankommt, dann halten die Dorfbewohner:innen zusammen.
Buchbesprechung von Maria (Bobli-Team)
Alex Capus wurde 1961 in Frankreich geboren. Seit 1966 wohnt er in der Schweiz, wo er heutzutage als Schriftsteller tätig ist.